Wenn Sie heute „Bäckerei in der Nähe" tippen, sehen Sie keine Webseiten. Sie sehen drei Geschäfte auf einer Karte — das sogenannte Local Pack. Diese drei Plätze sind das wertvollste digitale Schaufenster, das es für lokale Geschäfte derzeit gibt. Und sie werden zu großen Teilen über ein einziges, oft vernachlässigtes Werkzeug entschieden: das Google Business Profil.

Die gute Nachricht: Sie müssen kein Geld dafür bezahlen, dort aufzutauchen. Die schlechte: Wenn Ihr Profil halb-leer ist, falsche Daten enthält oder seit drei Jahren nicht mehr berührt wurde, sehen die meisten potenziellen Kunden in Ihrer Stadt nicht Sie, sondern Ihre Konkurrenz. In dieser Anleitung gehen wir gemeinsam jeden Schritt durch, der wirklich etwas bringt.

Was ist das Google Business Profil genau?

Bis 2021 hieß es „Google My Business". Seitdem wurde es umbenannt, und Google hat den eigenständigen Browser- und App-Zugang weitgehend abgeschafft — Sie verwalten Ihr Profil heute direkt aus der Google-Suche heraus. Funktional ist es dasselbe geblieben: ein kostenloses Profil, mit dem Ihr Geschäft in der Google-Suche, in Google Maps und in lokalen Suchergebnissen erscheint.

Der entscheidende Punkt: Google nutzt die Daten in Ihrem Profil, um zu entscheiden, wann und wo es Sie zeigt. Je vollständiger, konsistenter und aktueller diese Daten sind, desto eher landen Sie im Local Pack — und desto eher klingelt bei Ihnen das Telefon.

Schritt 1 — Profil anlegen oder beanspruchen

Tippen Sie als Erstes Ihren Geschäftsnamen in die Google-Suche. Eines von drei Dingen wird passieren:

  1. Es erscheint kein Profil — dann legen Sie es neu an unter google.com/business.
  2. Es erscheint ein nicht-verifiziertes Profil (Google hat es automatisch erstellt, weil Ihr Geschäft existiert) — dann beanspruchen Sie es über den Button „Diesen Eintrag beanspruchen".
  3. Es erscheint ein verifiziertes Profil, das aber nicht Ihnen gehört (zum Beispiel von einem ehemaligen Mitarbeiter oder Vorbesitzer eingerichtet) — dann beantragen Sie die Übertragung. Das dauert manchmal Wochen, lohnt sich aber.
Vorsicht: Falle für Selbstständige

Viele Einzelunternehmer geben ihre Privatadresse als Geschäftsadresse an. Das ist nur dann sinnvoll, wenn Sie tatsächlich Kunden zu Hause empfangen. Andernfalls wählen Sie ein Servicegebiet — sonst zeigt Google Ihre Wohnadresse für jeden sichtbar in der Karte.

Schritt 2 — Verifizierung

Google verifiziert Ihr Profil per Postkarte (am häufigsten), per Telefonanruf, per E-Mail oder seit kurzem auch per Video-Call. Bei der Postkarte erhalten Sie binnen 5–14 Werktagen einen Code, den Sie online eingeben. Erst nach erfolgreicher Verifizierung wird Ihr Profil in Maps angezeigt — vorher ist es für Suchende unsichtbar.

Wenn Sie länger als drei Wochen warten, fordern Sie eine neue Postkarte an. Wenn auch die zweite nicht ankommt, wechseln Sie auf Video-Verifizierung — dabei filmen Sie Ihr Geschäftsschild, Ihre Räumlichkeiten und ein Stück der Straße. Klingt komisch, funktioniert aber zuverlässig.

Schritt 3 — Kategorien richtig wählen

Die Kategorie ist der wichtigste Hebel im gesamten Profil. Sie sagt Google, wofür Sie überhaupt erscheinen sollen. Sie wählen eine Hauptkategorie und bis zu neun Nebenkategorien.

Die Hauptkategorie sollte so spezifisch wie möglich sein. Wenn Sie italienisches Essen kochen, ist „Italienisches Restaurant" besser als „Restaurant". Wenn Sie hauptsächlich Hochzeitstorten machen, ist „Hochzeits-Konditorei" oder „Konditorei" besser als „Bäckerei".

Bei den Nebenkategorien gilt: Nur das hinzufügen, was Sie wirklich anbieten. Ein häufiger Fehler ist, alle möglichen Kategorien anzugeben, in der Hoffnung, mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Das Gegenteil passiert: Google verwirrt sich, und Sie werden für Suchen angezeigt, bei denen Sie nichts zu suchen haben.

Schritt 4 — Adresse, Telefon, Öffnungszeiten

Hier liegt die häufigste Fehlerquelle überhaupt. Diese drei Datenpunkte (zusammen NAP genannt — Name, Address, Phone) müssen überall im Netz exakt identisch sein:

Selbst kleine Abweichungen wie „Hauptstr. 12" vs. „Hauptstraße 12" oder „+49 30 12345" vs. „030 12345" können Google verwirren. Schreiben Sie Adresse und Telefon einmal sauber auf — und kopieren Sie diesen Text dann überall hin. Pingelig sein lohnt sich hier wirklich.

Bei den Öffnungszeiten: Pflegen Sie auch Sonderöffnungszeiten (Feiertage, Betriebsurlaub) gewissenhaft. Nichts ärgert Kunden — und Google — mehr als „Geöffnet" auf der Karte und „Geschlossen" an der Tür.

Schritt 5 — Beschreibung, die für Menschen geschrieben ist

Sie haben 750 Zeichen für Ihre Geschäftsbeschreibung. Das ist mehr als genug, um zu sagen, wer Sie sind, was Sie tun und für wen. Verschwenden Sie diesen Platz nicht mit Marketing-Floskeln wie „Ihr zuverlässiger Partner für höchste Qualität". Das schreibt jeder. Es bringt nichts.

Stattdessen: Schreiben Sie konkret. „Wir backen seit 1962 in Münster jeden Morgen frisches Sauerteigbrot. Unsere Brötchen kommen aus Mehl von zwei regionalen Mühlen. Wir machen Hochzeitstorten und beliefern fünf umliegende Gastronomien." So weiß Google sofort, wofür Sie relevant sind. Und Kunden lesen es auch gerne.

Tipp: Stadtteil und Stadt erwähnen

Schreiben Sie Ihren Stadtteil und Ihre Stadt mindestens einmal in der Beschreibung („in Münster-Hiltrup"). Das hilft Google, Sie für lokale Suchen einzuordnen.

Schritt 6 — Fotos, die echt aussehen

Profile mit Fotos werden laut Google im Schnitt 42 % häufiger angeklickt für eine Routenanfrage als Profile ohne. Die Anzahl ist dabei wichtiger als technische Perfektion — lieber 30 ehrliche Handy-Fotos als drei aufpolierte Stockbilder.

Was Sie zeigen sollten:

Vermeiden Sie verpixelte oder schief geknipste Bilder. Vermeiden Sie auch reine Text-Grafiken („20 % Rabatt!"). Google entfernt solche Bilder immer öfter.

Schritt 7 — Bewertungen fair sammeln

Bewertungen sind nach den Kategorien das zweitwichtigste Signal. Mehr Bewertungen, höhere Sterne, jüngere Bewertungen — alle drei Werte fließen in Ihre Platzierung ein. Aber: Bewertungen kaufen ist verboten, und Google wird immer besser darin, Fakes zu erkennen. Profile, die ertappt werden, fliegen oft komplett raus.

Was wirklich funktioniert:

Schritt 8 — Beiträge, Aktualisierungen, Aktivität

Im Profil können Sie regelmäßig Beiträge veröffentlichen — Aktionen, Neuigkeiten, neue Produkte, Veranstaltungen. Diese Beiträge erscheinen direkt in Ihrem Profil und signalisieren Google: Dieses Geschäft ist aktiv und gepflegt. Aktive Profile werden bevorzugt angezeigt.

Sie müssen nicht täglich posten. Einmal im Monat reicht völlig — solange es echt und relevant ist.

Klingt nach viel Arbeit?

Ist es manchmal auch. Wenn Sie das lieber jemandem überlassen möchten, der das jeden Tag macht — wir kümmern uns gerne darum.

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Schritt 9 — Verknüpfung mit Ihrer Webseite

Ihr Google Business Profil und Ihre Webseite müssen sich gegenseitig stützen. Drei Punkte sind wichtig:

  1. Identische NAP-Daten — exakt gleiche Schreibweise von Adresse und Telefonnummer auf beiden.
  2. Strukturierte Daten auf Ihrer Webseite (LocalBusiness Schema) — ein kleines Stück Code, das Google sofort sagt: „Hier ist ein lokales Geschäft mit dieser Adresse, diesen Öffnungszeiten und dieser Telefonnummer."
  3. Eine eigene Standort-Seite für jeden Ihrer Standorte (falls Sie mehrere haben). Mit eigener URL, eigener Adresse, eigenen Bildern.

Was Sie nicht tun sollten

Die Checkliste zum Abhaken

Ihr perfekt eingerichtetes Google Business Profil

Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?

Die ersten Verbesserungen sehen Sie oft schon nach zwei bis drei Wochen — vor allem in den Auswertungen Ihres Profils (mehr Aufrufe, mehr Routenanfragen). Bis Sie tatsächlich im Local Pack auftauchen, dauert es typischerweise 60 bis 90 Tage. Wenn Sie in einer hart umkämpften Branche und großen Stadt sind, kann es länger dauern.

Was Sie nicht erwarten sollten: Über Nacht von Platz 47 auf Platz 1 zu springen. Was Sie erwarten dürfen: Nach drei Monaten konsistenter Pflege deutlich mehr Anfragen. Nach einem Jahr eine stabile Position, die schwer zu erschüttern ist.

„Ein gut gepflegtes Google Business Profil ist die rentabelste Marketing-Maßnahme, die ein lokales Geschäft heute machen kann. Es kostet nichts außer Zeit — und es bringt Kunden, die wirklich kaufen wollen."

Zum Schluss

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie das alles auf einmal sehen. Sie müssen nicht alles am ersten Tag erledigen. Beginnen Sie mit Verifizierung, korrekten NAP-Daten und ein paar guten Fotos. Den Rest können Sie über die nächsten Wochen Stück für Stück angehen.

Und wenn Sie merken, dass Sie sich darin verheddern oder schlicht keine Zeit haben — dafür gibt es Menschen wie uns. Wir richten Profile sauber ein, kümmern uns um Verifizierung, schreiben Beschreibungen und pflegen alles laufend. Schreiben Sie uns einfach, wir schauen uns Ihr Profil unverbindlich an.